Julia Wieneke

Julia Wieneke studierte Lehramt Musik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover sowie Instrumentalpädagogik für Violine an der Hochschule für Musik Köln (Abt. Aachen). Nach ihrem Diplom und langjähriger Tätigkeit als Instrumentallehrerin schloss sie einen ergänzenden Master in Musikwissenschaft und Musikpädagogik in Hannover ab und wechselte 2007 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Nachdem sie bereits für ihre Examensarbeit die kompositionspädagogische Arbeit der London Sinfonietta genauer untersucht hatte, verfasste sie ihre Dissertation über Kompositionsprojekte mit zeitgenössischer Musik an Schulen in Deutschland. Dafür führte sie Interviews mit ExpertInnen aus verschiedenen Berufsfeldern, die zahlreiche Erfahrungen mit Kompositionsprojekten gesammelt hatten, und wertete diese aus. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete sie regelmäßig in der Radiophilharmonie des NDR Hannover und für das Büro für Konzertpädagogik aktiv als Musikerin und Pädagogin in verschiedenen Formaten der Musikvermittlung.

In Anschluss an die Dissertation war Julia Wieneke ab 2011 an einer Gesamtschule in NRW tätig, absolvierte dort ihr Referendariat und arbeitete als Musik- und Englischlehrerin, sowie als Klassenlehrerin und in der Inklusion. Auch während dieser Zeit führte sie zahlreiche Projekte und Kooperationen durch, diesmal auf der „anderen Seite“ stehend als Lehrerin der Schule. Beispielsweise organisierte sie die Teilnahme von Ober- und UnterstufenschülerInnen an dem WDR-Projekt „Rhapsody for you“ in Köln und initiierte eine dauerhafte Kooperation mit der örtlichen Musikschule für ein Chorangebot. Zusätzlich konnte sie mit einer Sonderpädagogik-Kollegin einjährige  Lehrerfortbildungen zum Thema „Gemeinsames Lernen in der Sek I“ konzipieren und durchführen.

Seit Sommer 2017 arbeitet sie nun wieder im hochschulischen Bereich an der Kunstuniversität Graz als Senior Scientist für Musikpädagogik. Auch dort initiiert sie regelmäßig Projekte mit KollegInnen, zuletzt fand mit Helmut Schmidinger im WS 2018/2019 eine gemeinsame Lehrveranstaltung statt, die gleichzeitig als Schulprojekt in Kooperation mit der städtischen Oper abgelegt war.

Ihr aktuelles Forschungsinteresse sind Kooperationsformen von Lehrkräften und InstrumentalpädagogInnen in gemeinsam durchgeführtem Unterricht, insbesondere in Klassenmusizierangeboten. Sie interessiert sich vor allem dafür, ob und wie die Lehrkräfte ihre unterschiedlichen Kompetenzen als MusiklehrerIn bzw. InstrumentallehrerIn bereits als Chance zur gemeinsamen professionellen Weiterentwicklung nutzen und welche Möglichkeiten speziell dafür angelegte Weiterbildungen eröffnen könnten.


Artikel: Welche Qualitätskriterien gelten für kompositionspädagogische Projekte? ›››